Vorstellung Kandidat 1: Jörg Rostek


Liebe Studierende der Universität Münster,

die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist vorbei. SPD und Grüne haben eine Mehrheit errungen. Beide Parteien haben viel Versprochen und es gilt aufzupassen, dass sie ihre Versprechen auch halten. Probleme gibt es schließlich genug. Ob Hochschulzugang, Studienbedingungen, Mitbestimmung

Hochschulfinanzen – solider Grundstock benötigt
Die Uni Münster ist ein Paradebeispiel für die generelle Tendenz an den Hochschulen in NRW: die Abhängigkeit von Drittmitteln nimmt zu, führt aber nicht zu einer besseren Lehre; die Krisen der Hochschulhaushalte führt zur Entlassung wichtigen nicht-wissenschaftlichen Personals und prekärer Beschäftigung bei angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Dieser besorgniserregenden Entwicklung kann nur mit einem dem Ausbau der Grundfinanzen entgegengewirkt werden. Die Hochschulen bedürfen eines soliden Grundstocks aus den öffentlichen Kassen, um ihren vielfältige Ausgaben für die Gesellschaft gerecht zu werden. Falls das Land die erforderlichen Mittel nicht aufbringen kann, müssen die notwendigen Finanzen aus Bundesmittel bereitgestellt werden.

Demokratie – Viertelparität jetzt!
Es ist kein Geheimnis, dass die Studierenden unter der vorsintflutlichen Zusammenstellung der Hochschulgremien leiden. Um die Qualität der Hochschuldemokratie zu erhöhen, ist dringend eine Gesetzesnovelle nötig, welche den Studierenden ermöglicht, ihre Vorstellungen und Vorschläge auf Augenhöhe mit allen weiteren Mitgliedergruppen einzubringen. Wir fordern deshalb die schnellstmögliche Einführung der sogenannten Viertelparität in allen Gremien und die Abschaffung der Hochschulräte in allen Hochschulen Nordrhein-Westfalens.

Studienbedingungen – gute Lehre ohne Ausschluss
Trotz aller Versprechungen von Bund und Land ist die Umsetzung des Bologna-Prozesses und die Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor- und Mastersystem stark verbesserungswürdig. Die Studierenden sorgen sich. Viele sind nicht sicher, ob sie nach dem Studium des Bachelor auch einen Masterstudienplatz erhalten. Oft zwingt sie ein hoher Numerus Clausus dazu, den Studienort zu wechseln. Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer den Bachelor einführt, muss auch ausreichend Masterstudienplätze bereit stellen. Wer kreative Köpfe will, darf verschulte Studiengänge, die beinahe jegliche Form von Kreativität und individueller Entfaltungsmöglichkeiten strangulieren, nicht dulden. Eine Landesregierung, die will, dass Studierende zu einem erfolgreichen Abschluss gelangen, darf die soziale Komponente nicht aus den Augen verlieren und nicht zulassen, dass Studierende gezwungen sind, ihre Lebenshaltungskosten durch Zeit- und Kraft raubende Nebenjobs zu finanzieren.

Zivilklausel – Konfliktforschung statt Wettrüsten
SPD und Grüne sollten schnell deutlich machen, wie sie (wie angekündigt) die Zivilgesellschaft stärker in die Entwicklung der Hochschulen einbinden will. Hier habe, so das uFaFo, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) das hierfür notwendige Engagement vermissen lassen. Auch sollte die Koalition schnell die Hochschulen in jeglicher Form von militärischem Einfluss – sei es im Hörsaal, in Forschungseinrichtungen oder einfach Bundeswehrpräsenz auf hochschuleigenen Plätzen – durch eine Zivilklausel im Landeshochschulgesetz beenden.

Die Hochschulen müssen in Sachen Demokratie, Solidarität, Gleichstellung und Ökologie Vorbild sein. Insbesondere die permanente Unterfinanzierung der NRW-Hochschulen, aber auch die Bevormundung der Studierenden durch die autoritäre Gremienstruktur muss endgültig vom Tisch. Nur so könnten die Hochschulen im Einklang mit gesellschaftlicher Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit vorankommen.

Um Eure Stimme bittet,
Jörg

Jörg Rostek studiert Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Wirtschaftspolitik an der Uni Münster. Er sitzt im Studierendenparlament (siehe www.ufafo.ms) und war schon einmal
AStA-Referent. Er hat schon Einiges über Hochschulpolitik publiziert. Unter anderem auf www.iley.de.

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