„Wer spart wo?“ – Senatsstudis legen erste Zwischenbilanz vor

85 Rückmeldungen, 13 betroffene Uni-Einrichtungen; das ist die bisherige Bilanz der Aktion „Wer spart wo?“, der studentischen Senatoren der Universität Münster. Ziel der Aktion war und ist es, Kürzungen aufzudecken und deren Auswirkungen zu dokumentieren. Schon jetzt zeigt sich, dass die Situation in einigen Fachbereichen für zahlreiche Studierende und Lehrende eine Belastung ist.

Bücheranschaffungsstopp in den Unibibliotheken, Stellenstreichung in der Pädagogik, der Wegfall von mehr als der Hälfte der DoktorandInnenstellen und Tutorien in der Pharmazie; die Liste der Meldungen durch die Studierende der Uni Münster stimmt nachdenklich. Vor allem der Mangel an prüfungsberechtigtem Personal löst bei den Studierenden Besorgnis aus. Das Institut für Kommunikationswissenschaft hat „mangels Nachfrage“ Workshopangebote eingestellt und die „Praktikadatenbank“ ins Internet verlagert. Seit Dezember gibt es auch eine Verkürzung der Öffnungszeiten der sozialwissenschaftlichen Bibliothek. In der Geographie und in der Landschaftsökologie machen sogar Schließungsgerüchte die Runde. Studierende fürchten auch dort Einsparungen im Literaturbereich. In der Musikpädagogik sei, so schrieben Studis, sei das Instrumentalfach von vier auf zwei Semester verkürzt worden. Die Ausstattung der Räumlichkeiten sei dort unzureichend. Klaviere seien entweder defekt oder es fehlten Klavierhocker.

Die bisherigen Einträge machen deutlich, dass die Studierenden sich um die Qualität der Lehre sorgen und sich bessere Lern- und Lehrbedingungen an der Uni Münster wünschen. Sie fürchten, dass sich eine Verschlechterung studienzeitverlängernd auswirkt, was unter anderem Folgen auf die Studienfinanzierung (Stichwort: BAFöG-Zuschüsse) haben könnte. Alles in allem ist die Situation an der Uni Münster (bisher) zwar nicht verheerend, wird aber zunehmend bedenklicher.

Die Aktion „Wer spart wo?“ wird jedenfalls weitergehen. Die Senatsstudis werden allen Studierenden weiter die Möglichkeit geben, alle Kürzungen und deren Auswirkungen in die Eingabemaske einzutragen.

Die Senatsstudis haben die Studierenden auch aufgefordert, alternative Sparvorschläge zu machen. Bisher sind folgende Vorschläge eingegangen (in Kürze):
Farbdrucken vermeiden
Klimaanlagen abschalten
Beleuchtung sparen
Computer (ZIV-Pools) ausschalten
keine Flachbildschirme mehr
Mahngebühren in allen Bibliotheken (Geschichtsdidaktische Bibliothek) einführen
effizient in der Jura sparen (an kleinen Gruppen)
Lehrverpflichtung der Profs

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