Vorstellung Kandidat 6: Sebastian Kluge


Mein Name ist Sebastian und ich studiere Germanistik und Philosophie. Leider nicht mit der selben Leidenschaft wie die meisten Anderen, gleichwohl gab mir das jedoch einen guten Einblick in die Welt des Studiums. Somit habe ich die, aus meiner Sicht, schlechte Umsetzung des Bologna-Prozesses selbst miterleben dürfen.

Ich denke nicht, dass es großer Notwendigkeit bedarf zu erläutern, dass ich während meines Studiums immer mehr miterleben durfte, dass nichts dem entsprach, wie ich mir mein eigentliches Studium vorgestellt hatte.

Aufgrund eigener Erfahrungen stehe ich daher für eine regulierte Abschaffung des Latinums. Vorallem für den Lehramts-Abschluss, da dort das Latinum nur eine unnötige Hürde darstellt und viele potenzielle und vorallem gute zukünftige Lehrer zum Wechsel oder Abbruch ihres Studienfaches zwingt.

Eine weitere Forderung ist eine Transparenz der universitären Gelder. Ebenso eine Mitbestimmung über das, was mit diesen Geldern eigentlich angestellt werden soll. Die Universität strebt aus meiner Sicht danach, eine „Exzellenz“ zu erhalten, um mit anderen Universitäten auf einem penisvergleichs-Ranking mit spielen zu dürfen. Dieser Kampf um eine gute Platzierung, die absolut nichts über die Qualität der gesamten Universität aussagt, wird auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen.

Ein weiterer Punkt ist die Änderung und Verbesserung des Bundesausbildungsförderungsgesetz, vielen eher unter dem Akronym BAföG bekannt. Die Anträge sind für viele ausländische Studierende nicht nachvollziehbar. Selbst ich habe bis heute große Schwierigkeiten alle Anträge regelkonform auszufüllen.
Ebenso stehe ich für die Erhöhung des geregelten Höchstsatzes, sowie eine größere Reflektion über die elterlichen Verhältnisse. Bedeutet, dass es nicht sein kann, dass Studierende keinerlei Förderung erhalten, weil ihre Eltern angeblich zu viel verdienen würden, obwohl diese Eltern nicht gewillt sind ihre Kinder finanziell zu unterstützen oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind ein Studium mitzufinanzieren.

Ein Studium darf nicht eine Frage von finanziellen Rücklagen oder reichen Eltern sein. Bildung muss und soll JEDEM Menschen zugänglich sein, ganz gleich seiner finanziellen Verhältnissen. Bildung ist das Grundgut einer wachsenden Gesellschaft. Ohne Bildung verkommt eine Gesellschaft. Ohne Bildung werden wir geistig ausgebeutet. Bildung ist für mich ein Lebenstandard. Bildung muss frei von finanziellen Fragen sein. Nur ein gebildeter Mensch ist in der Lage die Zusammenhänge in dieser Welt zu verstehen und ungerechtigkeiten zu erkennen. Lassen wir uns dies nehmen, nehmen wir uns auch die Chance auf eine bessere, eine harmonischere Welt.

Für mich bedeutet zu studieren, frei zu sein. Frei in dem Weg meiner eigenen Weiterentwicklung und Bildung. Frei in meinen Lebensentscheidungen. Frei von finanziellen Fragen.

Ich will für ein gerechtes Studium einstehen, in dem jeder Mensch sein Potential voll ausschöpfen kann und will alles dafür tun, dass die Studierenden dies unbeschwert und in voller Freiheit machen können.

Es ist wichtig zu erkennen, dass in jedem Einzelnem die Kraft liegt, seine Welt positiv zu verändern. Manchmal reicht bereits eine auflodernde Stimme, um Licht in die Welt zu bringen. Helft uns, dieses Licht für euch zu werden. Danke.

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