Vorstellung Kandidat 4: Wolf Gerr


¡Marhaba, Privjet und Namasté!

Mich selbst vorzustellen, fällt mir schwer, da ich ein Abdriften in selbstgefällige Selbstdarstellung vermeiden möchte. Zu meiner Person seien also nur einige Rahmenpunkte zu nennen: Mit erheblichem, binneneuropäischem Migrationshintergrund – Geborener Exil-Bayer, aufgewachsen im Friesland, konzentrierte Lebenserfahrung gesammelt in einem hessischen Krankenhaus, den Duft der Freiheit geschnuppert in Irland, Wales & Schottland – bin ich im Wintersemester 2007/2008 in Münster aufgeschlagen.

Seitdem studiere ich mit fluktuierendem Enthusiasmus Philosophie, Englisch, Spanisch, Arabisch und Russisch (letztere drei über das Sprachenzentrum, erstere sind meine Bachelorfächer). Darüber hinaus liebäugele ich mit verschiedenen anderen Disziplinen der Geisteswissenschaften, interessiere mich aber auch für Naturwissenschaften, mit welchen ich mich meist in philosophischen und/oder wissenschaftstheoretischen Seminaren vertiefend beschäftigte (z. B. Philosophie der Biologie, der Mathematik, der Psychologie).
Neben rein studienbezogenen Aktivitäten engagierte ich mich seiner Zeit bei den verschiedenen Etappen des Bildungsstreiks, oft auch als kulinarischer Weltverbesserer („Volxkoch“ bei einem alternativen Bildungsgipfel in Wien oder Aktionen in MS).

Ich war Teil einer Gruppe, die semi-erfolgreich versuchte, einen seit Jahren leerstehenden Straßenzug (freigehalten für die britischen Streitkräfte) wieder zugänglich zu machen, um ihn in ein offenes, soziales, kulturelles Wohnprojekt umzugestalten (http://grawertstrasse.blogsport.de ). Dem eklatanten Missstand eines noch für Jahre kalkulierten Leerstandes in einer Stadt, in der Studiumsanfänger wegen Wohraummangels in Hotels ziehen müssen, wollten wir nicht tatenlos zusehen und besetzten für circa drei Wochen eines der 20 Häuser. Dort stellten wir u.a. ein nachbarschaftliches Kulturprogramm auf die Beine.
In Bezug auf die Universität setze ich mich dafür ein, dass die Bundeswehr sich aus dem Bildungssystem herauszuhalten hat, um eine friedliche und pazifistische Gesellschaft zu gewährleisten.

Darüber hinaus unterstütze ich das Grenzfrei-Festival: ein antirassistisches Festival, das u.a. versuchte, alltägliche und allgegenwärtige Rassismen anzuprangern, ein Forum für Flüchtlinge, Asylbewerber und sonstwie Verfolgte bereitzustellen – aber auch einfach („wider dem Vergessen“) in Erinnerung zu erhalten, was für grauenhafte Verbrechen seit dem Mauerfall in Deutschland/Europa geschahen und geschehen: Brennende Flüchtlingsheime, in würdelose Lager oder gar in Gefängnisse gesteckte Asylbewerber und von Maschinengewehren durchlöcherte Schlauchboote auf dem Mittelmeer.

Am Philosophischen Seminar war ich einer der studentischen Vertreter in einer Berufungskommission zur Nachfolge einer Professur. Hierbei setzte ich mich für die Interessen meiner Fachschaft ein.

Wenn ihr mich in den Senat wählt, werde ich mich vehement für die Belange und Interessen sowohl der allgemeinen Studierendenschaft einsetzen, aber speziell auch all derjenigen, deren Stimme nicht gehört (oder beflissentlich überhört) wird. Mit den anderen Kandidaten meiner Liste teile ich das Bedürfnis nach einer bunten Universität & pluralistischen Gesellschaft, in der das gesamte Spektrum an personellen Kuriositäten abgedeckt wird und auch Gehör findet – von Homo/bi/trans/intersexuellen über Behinderte bis zu aus aller Welt angereisten Menschen, die im grauen Siechtum der deutschen Gesellschaft vielerorts auf Ignoranz und Xenophobie stoßen.
Auch ist es mir wichtig, die Uni in einen angenehmen Lebensraum zu gestalten. Dies schließt offen zugängliche Ruheräume für Studis ein, die von früh morgens bis spät abends studieren oder weit anreisen müssen.
Des Weiteren setze ich mich für eine weitreichende Transparenz in allen Entscheidungsebenen ein – nur eine offene Uni ist eine gute Uni. Wirtschaftsbosse in Hochschulräten sind hier fehl am Platz!

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und eventuell sogar eure Stimme!
Denne
-Wolf Gerr

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