Archiv für Juli 2013

Uni Münster verweigert Auftrag zur demokratischen Willensbildung

Ist die Uni Münster eine demokratische Institution? Ist sie bereit, positiv auf das demokratische Gemeinwesen einzuwirken? Diese Fragen hätte der Senat der Uni Münster problemlos mit „Ja“ beantworten können, indem er den Antrag des studentischen Senators Jörg Rostek, die Studierenden zur Bundestagswahl aufzurufen, stattgegeben hätte. Eine Mail und ein paar Plakate hätten gereicht, ein Zeichen zu setzen. Doch der Senat überging den Antrag. Die Uni Münster wird die Studierenden nicht zur Bundestagswahl aufrufen – und fördert so – gewollt oder nicht – die sinkende Wahlbeteiligung.

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Beitrag zur Zivilklausel-Debatte: Wir brauchen ein Friedensforum

Die Uni hat nun eine Zivilklausel. Doch was jetzt? Was können wir tun, um dafür zu sorgen, dass sie eingehalten wird? Die Antwort ist einfach: wir brauchen ein universitäres Friedensforum, dass die Augen offen hält und Verstöße meldet.

Traditionsreicher Einsatz für den Frieden

Was darf man erforschen und was nicht? Immer wieder haben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für sich individuelle Entscheidungen getroffen und beschlossen, die ein oder andere Forschungsfrage nicht anzugehen oder bestimmte Projekte nicht durchzuführen, weil sie mit ihren ethischen Prinzipien und moralischen Vorstellungen nicht vereinbar waren (siehe David Parnas Rücktritt aus dem Beratergremium zum SDI-Projekt 1985 oder Benjamin Kuipers 2003). Bereits 1984 hatte Terry Winograd mit seinem kleinen, im CPSR-Newsletter erschienenen Aufsatz „Some thoughts on military funding“ einige wesentliche Gedanken publiziert: „Wenn sich ein Einzelner weigert, militärische Fördergelder anzunehmen, ist das ein ‚symbolischer Akt‘ oder etwas, was eine erkennbare politische Wirkung hat? In den letzten Jahren habe ich es vermieden, mich um militärische Förderung zu bemühen, aber insofern ich das privat getan habe, bin ich einer größeren Verantwortung, andere zu beeinflussen, aus dem Wege gegangen. (…) Der Punkt ist zu fragen, was wir alle zusammen tun und was wir statt dessen tun könnten; dann können wir nach Wegen suchen, wie ein Einzelner Veränderungen bewirken kann.(mehr…)

Uni Münster führt Zivilklausel ein


Auf Antrag der studentischen Senatoren hat die Uni Münster eine Zivilklausel eingeführt. Sie lautet: „Forschung, Lehre und Studium an der Universität Münster sind auf zivile und friedliche Zwecke ausgerichtet“. Die Entscheidung fiel einstimmig. Damit wurde die 2/3 Mehrheit, die notwendig war, um die Hochschulverfassung zu ändern, deutlich überschritten. (mehr…)

Senatssitzung am 17.07.: Friedensklausel und Bundestagswahl sind Thema

Liebe Studierende, liebe interessierte Öffentlichkeit,

am Mittwoch, den 17.07.13, um 16.00 Uhr im Senatssaal des Schlosses diskutiert der Senat der Uni Münster über unter anderem die Themen Kooperation mit militärischen Einrichtungen und Erhöhung der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2013. Die studentischen Senatoren haben gemeinsam einen Antrag eingereicht, der eine „Zivilklausel“ (siehe Homepage der Studierendenschaft der Uni Münster) fordert; d.h., dass die Uni Münster auf die Kooperation mit militärischen Organisationen und Forschungseinrichtungen in Forschung und Lehre verzichten soll. Hier ist der Antrag zur Einrichtung einer Zivilklausel zu finden.

Da immer weniger Menschen wählen gehen, hat Senator Jörg Rostek (Bunte Liste) beantragt, die Strukturen der Uni Münster dazu zu nutzen, um die Studierenden zur Bundestagswahl 2013 aufzurufen und sie an die Möglichkeit der Briefwahl zu erinnern (siehe Antrag: „Politik ist nie alternativlos – am 22. September wählen gehen!“).

Es geht also um nichts Geringeres als um Friedens- und Demokratiepolitik. Seid dabei und seht, was der Senat entscheiden wird!

Rektorat gewinnt Senatswahl – Bunte Liste bedauert Wahlniederlage

Wir haben die Wahl um den Sitz der studentischen SenatorInnen im Wahlkreis der Philosophischen Fakultät wegen 30 fehlender Stimmen verloren. Auch die Wahlbeteiligung ist erneut gesunken. Selbst die Demokratisch Linke Liste hat über 100 Stimmen weniger erhalten. Sie wird mit der Unterstützung von nur 3 Prozent der wahlberechtigten Studierenden in den Senat einziehen. Gewinner der Wahl ist das Rektorat. Es wird davon profitieren, dass eine kritische Stimme aus dem Senat verschwindet.

Auch wenn wir noch viel vorgehabt hatten, war es kein verlorenes Jahr. Wären wir nicht im Senat der Uni präsent gewesen, hätten wir Unidokumente nicht transparent auf unserer Homepage veröffentlichen können. Die Wiederwahl des Hochschulrats wäre sicherlich auch nicht in dem Maß kritisiert worden, wie wir das getan haben. Der Antrag zur Einrichtung von Ruheräumen wäre nie gestellt und angenommen worden und die „Wer kürzt wo?“ – Kampagne sowie der Zivilklausel-Antrag wären so wohl auch nie vorangetrieben worden.

Wir danke deshalb allen, die uns diese Arbeit ermöglicht haben. Die kommende Sitzung des Senates findet am Mittwoch, den 17. Juli 2013 um 16.00 Uhr im Schloss statt. Die Tagesordnung werden wir, wenn sie uns vorliegt, auf unserer Homepage veröffentlichen.

Eure Bunte Liste

PS: Die Wahlergebnisse findet ihr hier.