Uni Münster verweigert Auftrag zur demokratischen Willensbildung

Ist die Uni Münster eine demokratische Institution? Ist sie bereit, positiv auf das demokratische Gemeinwesen einzuwirken? Diese Fragen hätte der Senat der Uni Münster problemlos mit „Ja“ beantworten können, indem er den Antrag des studentischen Senators Jörg Rostek, die Studierenden zur Bundestagswahl aufzurufen, stattgegeben hätte. Eine Mail und ein paar Plakate hätten gereicht, ein Zeichen zu setzen. Doch der Senat überging den Antrag. Die Uni Münster wird die Studierenden nicht zur Bundestagswahl aufrufen – und fördert so – gewollt oder nicht – die sinkende Wahlbeteiligung.

„Dass das Desinteresse an den Wahlen und die Vorbehalte gegenüber dem demokratischen System wachsen, darf einer Bildungseinrichtung nicht gleichgültig sein“, erklärt Jörg Rostek den Grund der Antragstellung. „Vor allem ErstwählerInnen, also junge Wahlberechtigte, wählen zunehmend das Nicht-Wählen und überlassen es so anderen, die Vertreterinnen und Vertreter im Bundestag zu bestimmen. Wo, wenn nicht an dem Ort, wo sich junge Menschen zum Lernen aufhalten, soll man diesem Trend entgegenwirken?“ so Rostek.

Da die Vorlesungszeit am 19.07.13 endet, fallen der Wahlkampf und die Wahl in die vorlesungsfreie Zeit. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass sich zahlreiche Studierende nicht in der Nähe ihres zuständigen Wahllokals befinden. Damit könnte die Wahlbeteiligung der Studierenden nicht nur in Münster, sondern auch bundesweit, noch weiter sinken, heißt es in der Antragsbegründung.

„Nichts motiviert so sehr zur politischen Aktivität wie ein politisch interessiertes Umfeld“, ist sich Rostek sicher. Er ergänzt: „Diese Gleichung funktioniert leider auch andersrum: ist einer Institution die Demokratie gleichgültig, wird sich dies auf die Menschen, die sich tagtäglich in ihr bewegen, abfärben. Bedenkt man, dass die Studierenden unter anderem aus Führungspositionen heraus, die deutsche Gesellschaft prägen werden, erkennt man, wie wichtig es ist, das zu begreifen und die Konsequenzen zu ziehen.“

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks