Archiv der Kategorie 'KandidatInnen 2012'

Vorstellung Kandidat 2: Wolf Gerr


¡Marhaba, Privjet und Namasté!
Mich selbst vorzustellen, fällt mir schwer, da ich ein Abdriften in selbstgefällige Selbstdarstellung vermeiden möchte. Zu meiner Person seien also nur einige Rahmenpunkte zu nennen: Mit erheblichem, binneneuropäischem Migrationshintergrund – Geborener Exil-Bayer, aufgewachsen im Friesland, konzentrierte Lebenserfahrung gesammelt in einem hessischen Krankenhaus, den Duft der Freiheit geschnuppert in Irland, Wales & Schottland – bin ich im Wintersemester 2007/2008 in Münster aufgeschlagen.

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Vorstellung Kandidat 8: Olaf Götze


Die Probleme im deutschen Hochschulsystem lassen sich auf drei wesentliche Merkmale zusammenfassen. Erstens sind Kinder niedriger sozialer Herkunft an der Hochschule völlig unterrepräsentiert. Obwohl sie in der Bevölkerung fast 50 Prozent ausmachen, sind sie an der Hochschule nur zu 15 Prozent vertreten und in der Universität setzt sich diese Selektion bis zur Promotion und darüber hinaus kontinuierlich fort. Zweitens ist das deutsche Hochschulwesen seit Jahrzehnten hoffnungslos unterfinanziert mit all seinen Folgen für Forschung und Lehre. Und drittens schreitet – unter dem Druck der Unterfinanzierung – die Ökonomisierung des Hochschulwesens in riesigen Schritten voran. Das beginnt bei der Leitungsstruktur nach dem Modell der „unternehmerischen Hochschule“, geht über die Abwicklung sogenannter Orchideenfächer und hört bei der Modularisierung des Studiums und Evaluation jeder Veranstaltung nach ökonomischen Kriterien noch lange nicht auf.

Meine Arbeit in der Hochschulpolitik seit mittlerweile fast zehn Jahren an der Universität Münster zunächst in der Fachschaft und später im AStA und im uFaFo, hat mich in allen Details diese Entwicklungen nachvollziehen lassen. Es ist nun schon länger an der Zeit, dass jüngere Generationen diese Arbeit übernehmen. Die Beobachtung der im vergangenen Jahr gewählten Studierenden im Senat hat bei mir jedoch gezeigt, dass es zum hochschulpolitischen Stillstand kam. Es gab praktisch keine Initiativen, die wesentlichen Probleme im Hochschulwesen anzugehen, ja wurden Initiativen des Studierendenparlamentes sogar abgeblockt. Daher habe ich mich bereit erklärt, für den Senat zu kandidieren und dort Initiativen zur Lösung der wesentlichen Probleme zusammen mit der Bunten Liste einzubringen.

Was können wir tun, um die Situation an den Hochschulen praktisch zu verbessern? Die Hürden sozialer Selektion müssen abgebaut werden. Dazu war die Abschaffung von Studiengebühren ein enorm wichtiger Punkt, für den ich seit vielen Jahren aktiv gekämpft habe. Doch es gibt weitere Hürden. So erhalten Studierende niedriger sozialer Herkunft – ebenso wie Frauen im Übrigen – deutlich seltener eine studentische Hilfskraftstelle an der Universität. Die öffentliche Ausschreibung aller Stellen an der Uni wäre ein wesentlicher Schritt hin zu mehr Transparenz.
Zweitens muss der Unterfinanzierung entgegengewirkt werden. Die Universität Münster muss derzeit Millionen-Nachforderungen an das Land NRW zurückzahlen, weil sie mit Geldern für neue Studienplätze andere Dinge finanziert hat. Ein echter Skandal! Wo waren da unsere Studierenden im Senat? Schon vor Jahren hat die Rektorin Ursula Nelles angekündigt, sie wolle die Lehramtsausbildung – immerhin 10.000 Studierende – auf ein Minimum reduzieren, um sich als Exzellenzuniversität zu profilieren. Die Universität Münster richtet ihr Augenmerk viel zu sehr auf den Exzellenzwettbewerb, um sich in der Konkurrenz mit anderen Hochschulen auf dem Rücken der Studierenden zu battlen, anstatt die grundständige Lehre an der Hochschule zu verbessern und dafür das Geld sinnvoll einzusetzen.
Drittens werden wir im Senat den Kampf der kleinen Fächer – die wie der Fall der Soziologie gezeigt hat, manchmal garnicht so klein sind – für ihren Erhalt aktiv unterstützen. Sie müssen sich behaupten gegen die ökonomischen Kriterien, nach denen die Universität zunehmend ausgerichtet wird. Hier können wir entscheidende Impulse im Senat liefern, das Rad wieder zu wenden und sich als Volluniversität aufzustellen.

Deshalb wählt die Bunte Liste in den Senat! Im Falle meiner Wahl werde ich dieses Amt gemeinsam mit der Bunten Liste gewissenhaft und aktiv ausfüllen.

Olaf Götze, 32 Jahre alt, 2-Fach-Bachelor Physik/Soziologie

Vorstellung Kandidat 4: Jonas Dessouky


Ich habe viel Zeit im Ausland verbracht. Insgesamt habe ich zwei Jahre in Kairo, ein Jahr in den USA und einen Monat in Usbekistan gelebt. Mich interessieren internationale und nationale Belange der Politik. An der Hochschule bin ich schon lange eingeschrieben, ich habe effektiv aber sehr spät angefangen zu Studieren (2007). Die Fächer, in denen ich zum Ende des Sommersemesters voraussichtlich einen B.A. erreichen werde (Germanistik und Philosophie), sind eine persönliche Leidenschaft. Trotz der Liebe zu den Fächern, die ja viele Studierende kennen, habe ich mich doch an so manchen Regelungen an der Universität gestört und versuche nun mich besonders für die Gleichstellung einzusetzen. Es ist Fakt, dass wir in Hinsicht Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, Alter, ethnische und kulturelle Zugehörigkeit ganz viel tun müssen, um die Angehörigen von benachteiligten Gruppen mehr zu integrieren.
Des weiteren interessiere ich mich für eine Unterstützung von finanziell benachteiligten Studenten in Hinsicht von IT-Ausstattung, in Form von subventionierten Rechnern und Software, damit jeder Student adäquat arbeiten kann. Die Uni ist für alle da – eben auch für Minderheiten aller Art. Dafür stehe ich und setze ich mich ein.

Vorstellung Kandidat 9: Richard Dietrich


Hey mein Name ist Richard Dietrich und viele die mich reden hören sind ein wenig erschreckt über die Vehemenz und die Leidenschaft mit der ich Veränderungen in unsere Gesellschaft und in der Welt fordere.

Vielleicht erzähl ich euch kurz was biographisches damit ihr meine Obsession nachvollziehen könnt: Ich bin 1990 in Greven, unweit von Münster geboren. Meine Eltern kommen aus der ehemaligen Sowjetunion und wir bekamen oft zu spüren, dass „Russen“ im kleinen, katholisch-traditionellen Greven nicht sonderlich willkommen sind.

Nach einem Jahr auf der katholisch Grundschule bekam ich die Empfehlung auf eine Sonderschule gehen zu müssen, da ich dort besser gefördert werden sollte. Statt der versprochenen Förderung erlebte ich Jahre der Ausgrenzung und Lehrer die mir in der 3. Klasse einreden wollten ich sei kein Teil dieser Gesellschaft. Alles in allem erlebte ich wie es ist richtig zu hassen, Hass der einen vom Innersten aus zerfrisst. Eine sehr dunkele Zeit in meinem Leben. Es folgte ein Weg von der Hauptschule zum Abitur und von dort auf die Uni.

Aufgrund meiner Lebensgeschichte kann ich keine Selektion aufgrund der Herkunft dulden.Ich will mit dem alten, muffigen, unauthentischen Normen des Senats, der es immer wieder geschafft hat gerade nicht die Interessen der Studierenden zu vertreten, und der Hochschulpolitik allgemein brechen.

Es wird Zeit für eine faire und offene Uni
Es wird Zeit für eine multikulturelle und brüderliche Uni
Es wird Zeit für die Bunte Liste!

Vorstellung Kandidat 6: Micha Greif

„Wir müssen die Welt nicht erobern. Es reicht sie neu zu schaffen. Heute. Durch uns!“

Freiheit, Gerechtigkeit & Solidarität liegen mir am Herzen, alles andere ist für mich unerträglich. So setzte ich mich bereits als Klassensprecher in der Oberstufe der höheren Berufsfachschule für Betriebswirtschaft für meine Mitschüler ein und arbeitete bei der von den Vereinten Nationen initiierten lokalen Agenda 21 mit.

Später konzentrierte ich mich auf meine Karriere als Versicherungskaufmann, die mich zuletzt bis in die Position des „Complaint Managers“ bei einer großen IT-Firma führte. In beiden Unternehmen habe ich stets über den Tellerrand geblickt und neben diversen Prozessoptimierungen, auch durch die aktive Mitinitiierung und Unterstützung von Betriebsräten nachhaltige Verbesserungen erreichen können.

Ich studiere jetzt im vierten Semester Soziologie & Politikwissenschaften, liebe es zu reisen, treibe gerne Sport (Judo über den Hochschulsport & Laufen) und habe große Freude im Engagement für NGOs, so bin ich Mitglied und /oder aktiv bei Amnesty International, Attac, Avaaz, Campact, DCCV, DHV, Lobbycontrol, Weißer Ring u. a. sowie in der Umweltschutz und Anti-Atomkraft-Bewegung (siehe z.B. Atomhaftpflicht). Als Arbeiterkind fühle ich mich dem Fikus-Referat des AStA verbunden.

Seit Dezember 2011 bin ich mit dem unabhängigen Fachschaften Forum im Studierendenparlament und arbeite auch darüber hinaus aktiv an einigen Projekten und insbesondere an den Themen Wohnraum, Mensa und Hochschulsport mit.

Auch im Senat möchte ich eine bessere, stärkere und transparentere Vertretung studentischer Interessen erreichen. Daher bitte ich um eure Stimme für die Bunte Liste.

Vorstellung Kandidatin 5: Bianca Hüsing

bibigro��
Moin! Ich bin Bianca, komme aus dem Emsland und studiere seit 2006 an der Uni Münster. Meinen Bachelor habe ich in Germanistik und Philosophie gemacht und derzeit strebe ich einen Master in
Philosophie an. Seit den Demos gegen die Einführung der Studiengebühren interessiere ich mich für Hochschulpolitik, insbesondere für die parteienunabhängige Liste uFaFo. Seit etwa drei Jahren arbeite ich dort an Projekten mit, verwalte die Finanzen und sitze seit Dezember 2011 fürs uFaFo im Studierendenparlament. Außerdem engagiere ich mich seit 3 Jahren im Fachschaftsrat Philosophie, wo ich Veranstaltungen mitorganisiere, in Institutsgremien mitarbeite und Fragen von Studierenden zu beantworten versuche.
Ich möchte in den Senat, weil es so viele Probleme gibt, die innerhalb der Studierendenschaft allein nicht zu lösen sind und weil ich mich weder von den aktuellen Senatsstudis, noch vom derzeit amtierenden AStA in irgendeiner Weise vertreten fühle. Die Universität steht vor einer Reihe von Sparmaßnahmen, mit denen Schulden vermindert werden sollen, die vermutlich aus Misswirtschaft resultieren und die ganz bestimmt zu Lasten des Verwaltungspersonals und der Studierenden gehen. Wir haben noch immer viele Institute, in denen Anwesenheitslisten als Disziplinierungsinstrumente geführt werden, was nicht nur dem Senatsbeschluss, sondern auch einer Erklärung der Landesregierung zuwiderläuft. Im Senat möchte ich mich gegen illegitime Entschdeidungen wehren und nicht, wie scheinbar die aktuell im Senat vertretenen Studierenden, als harmlose Beisitzerin fungieren.
Wisst ihr eigentlich, was die uns vertretenden SenatorInnen tun, wie ihr Abstimmungsverhalten aussieht? Ich auch nicht. Glaubt ihr, dass es mehr mit Demokratie zu tun hätte, wenn die Studierenden von ihren VertreterInnen über deren Arbeit informiert würden? Ich auch. Mit einer Kandidatin/ einem Kandidaten der Bunten Liste haben wir die Möglichkeit, jemanden zu wählen, die/ der sich 1. basisdemokratischen Prinzipien und 2. der Transparenz und öffentlichen Berichterstattung über ihre/ seine Arbeit verpflichtet fühlt.
Ich verspreche euch: Wenn ihr mich wählt, wird genau das passieren.

Vorstellung Kandidat 1: Jörg Rostek


Liebe Studierende der Universität Münster,

die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist vorbei. SPD und Grüne haben eine Mehrheit errungen. Beide Parteien haben viel Versprochen und es gilt aufzupassen, dass sie ihre Versprechen auch halten. Probleme gibt es schließlich genug. Ob Hochschulzugang, Studienbedingungen, Mitbestimmung

Hochschulfinanzen – solider Grundstock benötigt
Die Uni Münster ist ein Paradebeispiel für die generelle Tendenz an den Hochschulen in NRW: die Abhängigkeit von Drittmitteln nimmt zu, führt aber nicht zu einer besseren Lehre; die Krisen der Hochschulhaushalte führt zur Entlassung wichtigen nicht-wissenschaftlichen Personals und prekärer Beschäftigung bei angehenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Dieser besorgniserregenden Entwicklung kann nur mit einem dem Ausbau der Grundfinanzen entgegengewirkt werden. Die Hochschulen bedürfen eines soliden Grundstocks aus den öffentlichen Kassen, um ihren vielfältige Ausgaben für die Gesellschaft gerecht zu werden. Falls das Land die erforderlichen Mittel nicht aufbringen kann, müssen die notwendigen Finanzen aus Bundesmittel bereitgestellt werden.

Demokratie – Viertelparität jetzt!
Es ist kein Geheimnis, dass die Studierenden unter der vorsintflutlichen Zusammenstellung der Hochschulgremien leiden. Um die Qualität der Hochschuldemokratie zu erhöhen, ist dringend eine Gesetzesnovelle nötig, welche den Studierenden ermöglicht, ihre Vorstellungen und Vorschläge auf Augenhöhe mit allen weiteren Mitgliedergruppen einzubringen. Wir fordern deshalb die schnellstmögliche Einführung der sogenannten Viertelparität in allen Gremien und die Abschaffung der Hochschulräte in allen Hochschulen Nordrhein-Westfalens.

Studienbedingungen – gute Lehre ohne Ausschluss
Trotz aller Versprechungen von Bund und Land ist die Umsetzung des Bologna-Prozesses und die Umstellung der Studiengänge auf das Bachelor- und Mastersystem stark verbesserungswürdig. Die Studierenden sorgen sich. Viele sind nicht sicher, ob sie nach dem Studium des Bachelor auch einen Masterstudienplatz erhalten. Oft zwingt sie ein hoher Numerus Clausus dazu, den Studienort zu wechseln. Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer den Bachelor einführt, muss auch ausreichend Masterstudienplätze bereit stellen. Wer kreative Köpfe will, darf verschulte Studiengänge, die beinahe jegliche Form von Kreativität und individueller Entfaltungsmöglichkeiten strangulieren, nicht dulden. Eine Landesregierung, die will, dass Studierende zu einem erfolgreichen Abschluss gelangen, darf die soziale Komponente nicht aus den Augen verlieren und nicht zulassen, dass Studierende gezwungen sind, ihre Lebenshaltungskosten durch Zeit- und Kraft raubende Nebenjobs zu finanzieren.

Zivilklausel – Konfliktforschung statt Wettrüsten
SPD und Grüne sollten schnell deutlich machen, wie sie (wie angekündigt) die Zivilgesellschaft stärker in die Entwicklung der Hochschulen einbinden will. Hier habe, so das uFaFo, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) das hierfür notwendige Engagement vermissen lassen. Auch sollte die Koalition schnell die Hochschulen in jeglicher Form von militärischem Einfluss – sei es im Hörsaal, in Forschungseinrichtungen oder einfach Bundeswehrpräsenz auf hochschuleigenen Plätzen – durch eine Zivilklausel im Landeshochschulgesetz beenden.

Die Hochschulen müssen in Sachen Demokratie, Solidarität, Gleichstellung und Ökologie Vorbild sein. Insbesondere die permanente Unterfinanzierung der NRW-Hochschulen, aber auch die Bevormundung der Studierenden durch die autoritäre Gremienstruktur muss endgültig vom Tisch. Nur so könnten die Hochschulen im Einklang mit gesellschaftlicher Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit vorankommen.

Um Eure Stimme bittet,
Jörg

Jörg Rostek studiert Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Wirtschaftspolitik an der Uni Münster. Er sitzt im Studierendenparlament (siehe www.ufafo.ms) und war schon einmal
AStA-Referent. Er hat schon Einiges über Hochschulpolitik publiziert. Unter anderem auf www.iley.de.

Die Bunte Liste steht

Laut Wahlordnung dürfen nur 9 KandidatInnen je Liste antreten. Nach einer internen Abstimmung steht nun fest, wer bei der Bunten Liste dabei ist. Für den Senat der Uni Münster treten im Wahlkreis 3 (Philosophische Fakultät, FB 6 – 9) an:

1. Jörg Rostek
2. Wolf Gerr
3. Esra Ayse Onus
4. Jonas Dessouky
5. Bianca Hüsing
6. Micha Greif
7. Benjamin Körner
8. Olaf Götze
9. Richard Dietrich

Die KandidatInnen werden sich in den nächsten Wochen persönlich vorstellen. Bereits jetzt könnt ihr hier Fragen an Sie stellen.