Richtungsstreit in NRW: RektorInnen kontern mit Fragenkatalog

Das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalens will endlich handeln. Ministerin Svenja Schulze (SPD) hat deshalb den Hochschulen ein Eckpunktepapier vorgelegt und um Stellungnahme gebeten. Diese kam jetzt durch die LandesrektorInnenkonferenz. Die RektorInnen lehnen ein neues Hochschulgesetz ab und weisen die zwischen den Zeilen schwebenden Vorwürfe der Landesregierung ab. Ein Richtungsstreit zeichnet sich ab.

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Hinterzimmerpolitik – Uni Münster wählt neue Hochschulräte

Heute hat der Senat der Uni Münster neue Hochschulräte mit 1 Nein-Stimme und 2 Enthaltungen wiedergewählt. Ein zweites Mal wurde kein öffentlicher Auswahlprozess geführt, sondern Hinterzimmerpolitik betrieben. Der studentische Senator Jörg Rostek beschrieb in einer Rede vor dem Senat die Geschichte der Einrichtung des Hochschulrates an der Uni Münster. Er sprach von Anzeigen, Gerichtsverhandlungen, Gegenklagen und von vielen demokratischen Defiziten.

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Senatsunterlagen online!

Zahlreiche Behörden und Institutionen sind wie ein schwarzer Monolith. Was darin passiert – wer was warum entscheidet und wie Verantwortlichkeiten verteilt werden, ist kaum zu ermitteln. Abstimmungsunterlagen, Baupläne, Abstimmungsergebnisse, Protokolle; wer sich näher über laufende Projekte oder ganz allgemein über die Tätigkeit vieler Einrichtungen informieren will, stößt an Grenzen, hohe Hürden und gesetzliche Schikanen. Nicht selten werden Tagesordnungspunkte als nicht-öffentlich erklärt um schon im Vorfeld der Sitzungen Debatten zu unterbinden (Beispiel aus Münster: Hochschulratswahl 2009). Diese Intransparenz fesselt eigentlich freie Informationen, verhindert Partizipation und steht offener Kommunikation im Weg.

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Schweigepflicht für Studierende in Senatsgremien?

Mit der Bestätigung Ihrer Wahl zum (stellvertretenden) Mitglied im Senat & den Kommissionen erhalten die neuen MitgliederInnen eine Bitte um Mitteilung der vollständigen Kontaktdaten und eine Rechtsbelehrung (siehe unten), die einige Studierende verunsicherte. Darf man nichteinmal mehr über Meinungsäußerungen aus dem Senat und dessen Gremien berichten?

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Uni Münster vs. Immanuel Kant – Ein Kommentar zum Nicht-Ausstieg aus dem CHE-Ranking

Trotz der eindringlichen Argumente der Studierenden entscheiden die Professoren des Senats mehrheitlich, den Fachbereichen der Uni Münster keinen Ausstieg aus dem CHE-Ranking zu empfehlen. Immanuel Kant und der Senat der Uni Münster im Vergleich.

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Richtigstellung

Der Münsterschen Zeitung ist in dem Artikel „Studierende fordern: Hände weg vom Bibliotheksetat“ der Ausgabe vom 31. Januar 2012 ein Fehler unterlaufen. Jörg ist nicht „studentischer Sprecher im Senat“, sondern studentischer Senator für den Wahlkreis III (Philosophische Fakultät, Musikhochschule, Unibibliothek, Zentrum für LehrerInnenbildung) der Uni Münster. Der Sprecher der vier studentische Senatoren ist Christian Kraef aus der Medizinische Fakultät.

Der Stand der Dinge – ein Interview mit Senator J.

Bunte Liste: Hallo Jörg, deine erste Senatssitzung liegt hinter dir. Wie war es? (Link zum Gremieninformationssystem der Uni)

Jörg: Ich lebe noch. Alles in Allem war es halb so schlimm.

Bunte Liste: Wie hast du dich auf die Sitzung vorbereitet?

Jörg: Auf verschiedene Weise. Man liest die Satzung der Universität und die Geschäftsordnung des Senates und informiert sich über Themen, die in der Sitzung zur Sprache kommen werden. Was vorher besprochen wird, erschließt sich ja aus der Tagesordnung. Außerdem hatte ich schon so einige Sitzungen als Zuschauer besucht.
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WER MACHT WAS? Was macht eigentlich der Wahlausschuss des Senats?

Die Hochschulpolitik der Uni Münster ist undurchsichtig. Hunderte Gremien bestimmen über den Alltag der Studierenden, ProfessorInnen und MiarbeiterInnen. Aber wer entscheidet was (und warum)? Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und starten deshalb die Reihe „Wer macht was?“, um euch Schritt für Schritt in das Dickicht der Verantwortlichkeiten hineinzuführen und letztlich alle interessierten Studierenden zur Mitarbeit zu bewegen.

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Geld und Ruhm – die Exzellenzinitiative, ihre Nebenwirkungen und Gegenmaßnahmen

„Es wird nicht wissenschaftliches Arbeiten belohnt, sondern die Kunst Anträge zu stellen.“ Jörg Baberowski, Historiker an der Humboldt Uni Berlin über die Exzellenzinitiative.

Die im Sommer 2005 gestartete Exzellenzinitiative von Bund und Ländern löst die Probleme der Hochschulen nicht. Im Gegenteil. Eine Studie der Stiftung „Neue Verantwortung“ zeigt: sie hat einschneidende Nebenwirkungen. Sie hat nicht nur den Begriff „Elite“ wieder salonfähig gemacht, sondern fördert die Ungerechtigkeit des deutschen Bildungssystems. In Forschung und Lehre droht die Spaltung in „die da oben“ (Elite) und „die da unten“ (Unterschicht). Zeit über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

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Am Dienstag wird es bunt – Einladung zum Plenum der Bunten Liste Münster

Liebe Studis,

die Bunte Liste trifft sich am Dienstag, den 21.08.12 um 18.00 Uhr im Hinterraum der Frauenstraße 24. Wir wollen erörtern, welche unserer Ziele, wann und wie erreicht werden können. Außerdem wollen wir über die Besetzung der einzelnen Senatskommissionen sprechen. Wer von euch mehr über unsere Arbeit und den Senat der Uni Münster erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, am Plenum teilzunehmen. Unsere Türen sind offen.

Lieben Gruß und schöne Sonnentage wünscht euch,

die Bunte Liste

Bunte Liste trifft sich in F24

Liebe Studierende,

am Dienstag, den 07. August 2012 um 18.00 Uhr trifft sich die Bunte Liste und Interessierte in der Frauenstraße 24, um das weitere Vorgehen in Sachen Senat zu besprechen. Wir laden euch ein, dabeizusein und unsere Politik mitzugestalten.

Eure Bunte Liste

Die Wahlergebnisse sind online!

Die Stimmen der Senatswahl 2012 sind ausgezählt: Die Bunte Liste erhielt 554 (+ 11) von 1249 gültigen Stimmen. Das sind 44,36 %! Damit haben wir, trotz schmalen Budgets und ohne Parteienunterstützung, den Einzug in den Senat geschafft! :-)

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Endspurt

Damit eure Wahlbriefe noch rechtzeitig eingehen, werft sie noch bis diesen Samstag (23.06.) in den Briefkasten ein oder bringt sie bis Dienstag (26.06.) um 10 Uhr s.t. beim Wahlleiter im Schloss ab.

Die Vorstellungen unserer KandidatInnen findet ihr : hier (anschliessend einfach per Klick auf „Älter“ oben links weiter blättern)
& die Vorstellung unseres Programms: hier

Ruhe, bitte – Wir fordern Ruheräume gegen Hochschulstress

Ein Grund diese Idee abermals auszugreifen ist eine aktuelle Forsa-Studie, die ergab, dass Studierende in Deutschland massiv unter Stress stehen. Die zahlen sind schockierend: Jede/r Zehnte nimmt Psychopharmaka. 15 Prozent der befragten Studierenden gaben zu, unter Panikattacken zu leiden. Studierende gehen, so die Studie, mittlerweile häufiger zum Therapeuten als Mittzwanziger, die einem Beruf nachgehen. Als Ursachen werden von den Betroffenen Prüfungsstress und Leistungsdruck durch verschärfte Studienbedingungen genannt. Jeder vierten bis dritten Studierenden plagen Zukunftsangst und Geldsorgen. Viele beschweren sich über kurze Studienzeiten und wenig Freiräume.

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Unglaublich aber wahr: Studentische Senatsmitglieder stimmten Rekordkürzungen des Hochschulrats zu

Die circa 150 Studierenden, die heute mit dem AStA gegen die höchsten Kürzungen in der Geschichte der Uni Münster protestieren (siehe Fotos), sollen wissen, dass auch die studentischen VertreterInnen im Senat, Dilek Erdogan (JusoHSG), Christian Kraef (parteiunabhängig), Felix Höppner (Gruppensprecher, JusoHSG) und Philipp Wegener (parteiunabhängig), für die Streichpläne der Hochschulverwaltung stimmten*. Insbesondere im Hinblick auf ihren postulierten Anspruch, kritisch sein zu wollen, kommt dies einem Verrat an der Studierendenschaft, einem Verrat an den wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Angestellten gleich.

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Was unterscheidet uns von der „Demokratischen Linken Liste“ 2012?

1. Transparenz, Offenheit & Partizipation

2. Zusammenhalt & Programm

3. Weniger Parteieneinfluss

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Vorstellung Kandidat 2: Wolf Gerr


¡Marhaba, Privjet und Namasté!
Mich selbst vorzustellen, fällt mir schwer, da ich ein Abdriften in selbstgefällige Selbstdarstellung vermeiden möchte. Zu meiner Person seien also nur einige Rahmenpunkte zu nennen: Mit erheblichem, binneneuropäischem Migrationshintergrund – Geborener Exil-Bayer, aufgewachsen im Friesland, konzentrierte Lebenserfahrung gesammelt in einem hessischen Krankenhaus, den Duft der Freiheit geschnuppert in Irland, Wales & Schottland – bin ich im Wintersemester 2007/2008 in Münster aufgeschlagen.

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Vorstellung Kandidat 8: Olaf Götze


Die Probleme im deutschen Hochschulsystem lassen sich auf drei wesentliche Merkmale zusammenfassen. Erstens sind Kinder niedriger sozialer Herkunft an der Hochschule völlig unterrepräsentiert. Obwohl sie in der Bevölkerung fast 50 Prozent ausmachen, sind sie an der Hochschule nur zu 15 Prozent vertreten und in der Universität setzt sich diese Selektion bis zur Promotion und darüber hinaus kontinuierlich fort. Zweitens ist das deutsche Hochschulwesen seit Jahrzehnten hoffnungslos unterfinanziert mit all seinen Folgen für Forschung und Lehre. Und drittens schreitet – unter dem Druck der Unterfinanzierung – die Ökonomisierung des Hochschulwesens in riesigen Schritten voran. Das beginnt bei der Leitungsstruktur nach dem Modell der „unternehmerischen Hochschule“, geht über die Abwicklung sogenannter Orchideenfächer und hört bei der Modularisierung des Studiums und Evaluation jeder Veranstaltung nach ökonomischen Kriterien noch lange nicht auf.

Meine Arbeit in der Hochschulpolitik seit mittlerweile fast zehn Jahren an der Universität Münster zunächst in der Fachschaft und später im AStA und im uFaFo, hat mich in allen Details diese Entwicklungen nachvollziehen lassen. Es ist nun schon länger an der Zeit, dass jüngere Generationen diese Arbeit übernehmen. Die Beobachtung der im vergangenen Jahr gewählten Studierenden im Senat hat bei mir jedoch gezeigt, dass es zum hochschulpolitischen Stillstand kam. Es gab praktisch keine Initiativen, die wesentlichen Probleme im Hochschulwesen anzugehen, ja wurden Initiativen des Studierendenparlamentes sogar abgeblockt. Daher habe ich mich bereit erklärt, für den Senat zu kandidieren und dort Initiativen zur Lösung der wesentlichen Probleme zusammen mit der Bunten Liste einzubringen.

Was können wir tun, um die Situation an den Hochschulen praktisch zu verbessern? Die Hürden sozialer Selektion müssen abgebaut werden. Dazu war die Abschaffung von Studiengebühren ein enorm wichtiger Punkt, für den ich seit vielen Jahren aktiv gekämpft habe. Doch es gibt weitere Hürden. So erhalten Studierende niedriger sozialer Herkunft – ebenso wie Frauen im Übrigen – deutlich seltener eine studentische Hilfskraftstelle an der Universität. Die öffentliche Ausschreibung aller Stellen an der Uni wäre ein wesentlicher Schritt hin zu mehr Transparenz.
Zweitens muss der Unterfinanzierung entgegengewirkt werden. Die Universität Münster muss derzeit Millionen-Nachforderungen an das Land NRW zurückzahlen, weil sie mit Geldern für neue Studienplätze andere Dinge finanziert hat. Ein echter Skandal! Wo waren da unsere Studierenden im Senat? Schon vor Jahren hat die Rektorin Ursula Nelles angekündigt, sie wolle die Lehramtsausbildung – immerhin 10.000 Studierende – auf ein Minimum reduzieren, um sich als Exzellenzuniversität zu profilieren. Die Universität Münster richtet ihr Augenmerk viel zu sehr auf den Exzellenzwettbewerb, um sich in der Konkurrenz mit anderen Hochschulen auf dem Rücken der Studierenden zu battlen, anstatt die grundständige Lehre an der Hochschule zu verbessern und dafür das Geld sinnvoll einzusetzen.
Drittens werden wir im Senat den Kampf der kleinen Fächer – die wie der Fall der Soziologie gezeigt hat, manchmal garnicht so klein sind – für ihren Erhalt aktiv unterstützen. Sie müssen sich behaupten gegen die ökonomischen Kriterien, nach denen die Universität zunehmend ausgerichtet wird. Hier können wir entscheidende Impulse im Senat liefern, das Rad wieder zu wenden und sich als Volluniversität aufzustellen.

Deshalb wählt die Bunte Liste in den Senat! Im Falle meiner Wahl werde ich dieses Amt gemeinsam mit der Bunten Liste gewissenhaft und aktiv ausfüllen.

Olaf Götze, 32 Jahre alt, 2-Fach-Bachelor Physik/Soziologie

Vorstellung Kandidat 4: Jonas Dessouky


Ich habe viel Zeit im Ausland verbracht. Insgesamt habe ich zwei Jahre in Kairo, ein Jahr in den USA und einen Monat in Usbekistan gelebt. Mich interessieren internationale und nationale Belange der Politik. An der Hochschule bin ich schon lange eingeschrieben, ich habe effektiv aber sehr spät angefangen zu Studieren (2007). Die Fächer, in denen ich zum Ende des Sommersemesters voraussichtlich einen B.A. erreichen werde (Germanistik und Philosophie), sind eine persönliche Leidenschaft. Trotz der Liebe zu den Fächern, die ja viele Studierende kennen, habe ich mich doch an so manchen Regelungen an der Universität gestört und versuche nun mich besonders für die Gleichstellung einzusetzen. Es ist Fakt, dass wir in Hinsicht Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, Alter, ethnische und kulturelle Zugehörigkeit ganz viel tun müssen, um die Angehörigen von benachteiligten Gruppen mehr zu integrieren.
Des weiteren interessiere ich mich für eine Unterstützung von finanziell benachteiligten Studenten in Hinsicht von IT-Ausstattung, in Form von subventionierten Rechnern und Software, damit jeder Student adäquat arbeiten kann. Die Uni ist für alle da – eben auch für Minderheiten aller Art. Dafür stehe ich und setze ich mich ein.

Vorstellung Kandidat 9: Richard Dietrich


Hey mein Name ist Richard Dietrich und viele die mich reden hören sind ein wenig erschreckt über die Vehemenz und die Leidenschaft mit der ich Veränderungen in unsere Gesellschaft und in der Welt fordere.

Vielleicht erzähl ich euch kurz was biographisches damit ihr meine Obsession nachvollziehen könnt: Ich bin 1990 in Greven, unweit von Münster geboren. Meine Eltern kommen aus der ehemaligen Sowjetunion und wir bekamen oft zu spüren, dass „Russen“ im kleinen, katholisch-traditionellen Greven nicht sonderlich willkommen sind.

Nach einem Jahr auf der katholisch Grundschule bekam ich die Empfehlung auf eine Sonderschule gehen zu müssen, da ich dort besser gefördert werden sollte. Statt der versprochenen Förderung erlebte ich Jahre der Ausgrenzung und Lehrer die mir in der 3. Klasse einreden wollten ich sei kein Teil dieser Gesellschaft. Alles in allem erlebte ich wie es ist richtig zu hassen, Hass der einen vom Innersten aus zerfrisst. Eine sehr dunkele Zeit in meinem Leben. Es folgte ein Weg von der Hauptschule zum Abitur und von dort auf die Uni.

Aufgrund meiner Lebensgeschichte kann ich keine Selektion aufgrund der Herkunft dulden.Ich will mit dem alten, muffigen, unauthentischen Normen des Senats, der es immer wieder geschafft hat gerade nicht die Interessen der Studierenden zu vertreten, und der Hochschulpolitik allgemein brechen.

Es wird Zeit für eine faire und offene Uni
Es wird Zeit für eine multikulturelle und brüderliche Uni
Es wird Zeit für die Bunte Liste!